Stenographie


„Ich schreibe so schnell, wie Du sprichst“ – ist simpel ausgedrückt die Erklärung für Stenographie, kurz Steno genannt. Es ist die Kunst, das gesprochene Wort 1:1 im Tempo des Sprechers schriftlich zu erfassen. Unverzichtbar bis heute auf Sitzungen, bei denen jedes Wort zählt.


Haben Sie Interesse an einem Kurs zu Stenographie lernen? Dann besuchen Sie unsere Partnerseite Steno-lernen.de und buchen Sie einen Kurs.


Stenografie arbeitet mit eigenen Zeichen

Um das Schreibtempo auf das Sprechtempo zu erhöhen, war es notwendig, eigene Zeichen zu erfinden, sowie häufig vorkommende Laute der Sprache in Kürzel zusammenzufassen. So ist die Wortendung „… ung“ durch nur ein Zeichen im Steno darzustellen. Durch Auslassungen von Vokalen oder deren Andeutung durch einen besonders dunklen Strich ist eine weitere Verkürzung der schriftlichen Aufzeichnung zu erreichen. Manche Buchstaben werden gar nicht geschrieben, sodass das Wort in Kurzschrift bedeutend weniger Buchstaben hat, als in Langschrift.

Der weiche Bleistift

Bei manchem Schreibwarenhändler ist er noch zu bekommen, der Bleistift, der statt seines Härtegrades das Wort „Steno“ führt. Gemeint sind damit Stifte mit einer weichen Mine des Härtegrads B. Der Strich, den ein Bleistift mit einer derart weichen Mine erzeugt, ist für die meisten anderen Zwecke nicht geeignet. Er schmiert. Für den Ausdruck der Vokale durch den dunkleren Strich ist er allerdings unverzichtbar. So wird diese Schrift so aussagekräftig.

Mehr Tempo durch kurze Zeilen

Zur Stenographie gehört nicht nur ein weicher Bleistift, auch der Stenoblock ist bis heute unverzichtbar. Dabei handelt es sich um einen handelsüblichen Block, der mit Linien versehen ist. Allerdings ist er zweispaltig. Der Vorteil der kurzen Zeile, die dadurch entsteht: Die Hand des Schreibers ist schneller wieder am Beginn der Zeile, um weitere Worte zu erfassen. Gute Stenotypisten halten auch das Tempo eines schnellen Sprechers mit.

Ist Stenographie international?

Ja und nein. Andere Sprachen bevorzugen andere Laute. So benötigt die englische Sprache Kürzel für Ausdrücke, die im Deutschen nicht vorkommen. Ergo auch andere Zeichen. Wer auf internationaler Ebene gesprochene Texte erfassen will, kommt nicht umhin, die Kurzschrift auch für diese Sprachen erlernen. Das Prinzip ist allerdings durchaus vergleichbar. Dennoch ist es keine Schrift für alle Sprachen. Jede nutzt ihre eigene Kurzschrift.

Lesbarkeit der Kurzschrift

Andere Stenografen werden das Geschriebene durchaus entziffern können, Außenstehende hingegen erblicken lediglich Hieroglyphen, die ihnen nichts sagen. Nach der Erfassung des Textes sollte das Stenogramm schnell in Reinschrift übersetzt werden. Was nicht verschwiegen werden sollte: Genau, wie bei jeder Handschrift gewinnt oder leidet das Stenogramm mit der Hand des Schreibers. Nicht selten kann auch der Stenograf das Geschriebene am anderen Tag nur noch mit Mühe entziffern. Die Gründe hierfür sind allerdings nicht in der Technik als solches zu suchen!